Die Baustellenverordnung verpflichtet den Bauherrn bereits bei der Planung dafür zu sorgen, dass die baustellenspezifischen Arbeitsschutzmaßnahmen berücksichtigt werden.

Keinesfalls werden dadurch die Arbeitgeber von ihren bisherigen Pflichten bzw. Verantwortungen bezüglich Sicherheit und Gesundheitsschutz entlastet.

Die neuen Pflichten des Bauherrn beginnen bereits in der Planung der Ausführung des Bauvorhabens und reichen bis in die Betriebsphase des Bauvorhabens:

  • Ankündigung des Vorhabens bei der zuständigen Aufsichtsbehörde bei größeren Baustellen (In den einzelnen Bundesländern unterschiedlich, meist Bezirksregierung oder Gewerbeaufsicht).
  • Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze nach § 4 Arbeitsschutzgesetz bei der Planung der Ausführung eines Bauvorhabens.
  • Bestellung eines Koordinators, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber auf der Baustelle tätig werden.
  • Erarbeitung eines Sicherheits- und Gesundheitsschutzplanes bei größeren Baustellen, die eine Vorankündigung und einen Koordinator benötigen und (oder) bei besonders gefährlichen Arbeiten.
  • Zusammenstellung einer Unterlage für spätere Arbeiten an der baulichen Anlage.

 

Bei kleineren und mittleren Baumaßnahmen muss ein SiGe-Koordinator bestellt werden, wenn

  • der Gesamtarbeitsumfang mehr als 500 Mannarbeitstage überschreitet.  Eine Meldepflicht an die zuständige Behörde besteht also zum Beispiel, wenn auf einer Baustelle durchschnittlich fünf Arbeitskräfte 100 Arbeitstage auf der Baustelle sind. Bei einem Bauvolumen ab 300.000 € wird diese Voraussetzung immer erfüllt sein. Bei arbeitsintensiven Baustellen kann die Schwelle auch deutlich niedriger liegen;

  • mehrere Unternehmen parallel eingesetzt werden;

  • „gefährliche Arbeiten“ ausgeführt werden müssen. Die Rechtsprechung legt den Begriff gefährliche Arbeiten weit aus. Es wird die Auffassung vertreten, dass gebäudeaußenseitige Arbeiten in Höhe von mehr als sieben Metern über dem Erdboden gefährlich sind.

Beachten Sie: Falls unter Missachtung der Baustellenverordnung kein SiGe-Koordinator bestellt wird, haften Sie als Planer zusammen mit dem Bauherrn für die Einhaltung der einschlägigen Sicherheitsbestimmungen. Aus der damit deutlich erhöhten Sorgfaltspflicht resultieren bei Verletzung dieser Bestimmungen direkte Haftungsrisiken. Wenn Ihr Bauherr in Anspruch genommen wird, droht Ihnen – falls Sie ihn nicht rechtzeitig über seine Pflichten aufgeklärt haben – Regress wegen eines Beratungsfehlers.

 

Unsere Leistungen in der Planungsphase

 

  • Koordinierung der Anwendung der allgemeinen Grundsätze nach § 4 Arbeitsschutzgesetz
  • Kontinuierliche Fortschreibung des SiGe-Planes
  • Mitwirkung bei der Fortschreibung des Bauablaufplanes
  • Sicherheitstechnische Einweisung der Verantwortlichen der Baufirmen vor der Arbeitsaufnahme in den SiGe-Plan
  • Kontrolle der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften auf der Baustelle
  • Festlegung von Schutzmaßnahmen beim Erkennen von Mängeln
  • Ansprechpartner für Fragestellungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
  • Dokumentation von festgestellten Mängeln, veranlassten Maßnahmen, Wirksamkeitskontrollen und sonstigen sicherheitsrelevanten Vorgängen
  • Dokumentation des Unfallgeschehens
  • Durchführung von Unfallanalysen
  • Ansprechpartner für Aufsichtsbehörden und Unfallversicherungsträgern

 

Durch die vielfältigen Erfahrungen können wir Ihnen gerade im Rahmen der Planungsphase des Bauvorhabens eine erfahrungsgestützte und praxisgerechte Beratung anbieten. Zum direkten Nutzen sowohl des Bauherrn als auch der Beteiligten an der Ausführung.

 

Wir beraten Sie gerne in einem ersten Gespräch oder erstellen Ihnen unverbindlich ein passendes Angebot.